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Hier kommt die Sonne – Musik trifft Lyrik
Bibliothek im Kontor, Wittstock/Dosse, Premiere am 17. März 2026

Ich werde dem Universum auf ewig dankbar sein, dass es Mathias »Matze« Köppen in mein Leben geschickt hat. Denn abgesehen davon, dass er eine verdammt coole Socke ist, hat er mein Leben und mich nachhaltig verändert …
Matze ist Veranstalter der OFFENEN BÜHNE im Kränzliner Saal, bei der ich seit Ende 2024 regelmäßig auftrete. Er war es auch, der mich damals überhaupt in sein »Wohnzimmer« – wie er den Kränzliner Saal liebevoll nennt – geholt hat. Und das werde ich ihm nie vergessen. Denn jeder Auftritt im Kränzliner Saal ist für mich Heilung. Mit jedem Mal zittere ich ein bisschen weniger und zweifle auch ein bisschen weniger an mir selbst. All das hätte ich vorher nie für möglich gehalten, weil das Zittern und die Selbstzweifel für mich schon fast zur Normalität geworden waren. Seit ich im Kränzliner Saal auftrete, bin ich sogar in Prüfungssituationen viel ruhiger geworden, was für mich im Alltag eine enorme Entlastung ist und was ich so schon lange nicht mehr erlebt habe.
Im September 2025 hatte Matze dann wieder eine seiner berühmten spontanen Ideen: Er fragte mich, ob ich Lust hätte, gemeinsam mit ihm und Sina Schulz, die zusammen das Duo Unter Strom bilden, ein musikalisch-lyrisches Programm auf die Beine zu stellen. Da ich diese Verbindung von Musik und Lyrik liebe, sagte ich kurzerhand zu – trotz Studien- und Arbeitsstress. Doch Matze, Sina und ich hatten von Anfang an einen Vibe und ich hatte einfach richtig Bock auf dieses Projekt.
Dementsprechend waren bereits die Proben in den darauffolgenden Monaten eine echte Bereicherung für mich. Jede einzelne war eine beflügelnde Mischung aus Kreativität, Tiefsinn und Humor. Aus ersten Ideen entstand nach und nach ein gemeinsames Programm. Und mit jeder Probe wuchs die Vorfreude auf unsere Premiere.
Die Premiere fand in der Bibliothek im Kontor in Wittstock/Dosse statt und ich hätte sie mir kaum schöner vorstellen können. Die besondere Atmosphäre dieser Location, das aufmerksame und herzliche Publikum sowie die liebevolle Betreuung durch das Bibliotheksteam haben diesem Abend seinen ganz eigenen Zauber verliehen. Umso mehr haben wir uns über das viele positive Feedback gefreut, das wir im Anschluss erhalten haben. Dieser Abend wird mir auf jeden Fall noch lange in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen der gelungenen Premiere, sondern auch, weil ich an diesem Abend zum ersten Mal nach über zehn Jahren wieder auf einer Bühne gesungen habe, was ich ohne Matze und Sina niemals geschafft hätte.
»Hier kommt die Sonne – Musik trifft Lyrik« ist für mich der lebende Beweis dafür, wie viel Wunderbares entstehen kann, wenn Menschen ihre Kunst und ihre Leidenschaft miteinander teilen, sich gegenseitig inspirieren und aneinander glauben.


Fotos: Marie Marén Nitz, 2026
WORTeFETZEN – Begegnungen in Wort und Klang (gefördert durch die Fontanestadt Neuruppin)
Irish Pub Neuruppin, Neuruppin, 11. Oktober 2025
Als Christina Dawson, ebenfalls Schreibende, mir im März 2025 von ihrer Idee erzählte, in unserer Heimatstadt Neuruppin eine musikalisch begleitete Lesung zu veranstalten, war ich sofort begeistert. Deshalb musste ich auch nicht lange überlegen, als Christina mich dann fragte, ob ich mich diesem Projekt anschließen wolle. – So fing das alles an …

In den darauffolgenden Wochen entwickelten wir Christinas Idee gemeinsam weiter, bis unser Konzept irgendwann stand: Für uns war und ist Neuruppin eine Stadt der Kultur. Fontane als wichtigstes Kind dieser Stadt hat seine literarische Arbeit mit Gedichten begonnen und auch Eva Strittmatter als Lyrikerin hat ihre ersten Schreibversuche hier unternommen. Das Schreiben, das kreative Schaffen gehört in das Bild unserer Stadt und vor allem verbindet es Menschen. Genau das wollten wir mit »WORTeFETZEN – Begegnungen in Wort und Klang« wieder zurück ins Licht holen. Gemeinsam mit der Neuruppiner Band Zeichen und Wunder wollten wir einen Raum schaffen, der Menschen zusammenbringt. Einen Raum, in dem kreative Arbeiten geteilt werden können, die sonst häufig unbemerkt in Schubladen verschwinden. Einen Raum, der die Möglichkeit bietet, sich über das kreative Schaffen in Wort und Klang auszutauschen und einander vielleicht sogar dazu zu ermutigen, selbst kreativ zu werden.
Einen erfolgreichen Antrag auf Kulturförderung, ein professionelles Fotoshooting für die Werbung, etliche Planungsdokumente und sieben Monate voller Höhen und Tiefen später war er dann endlich da: der Abend der Lesung. Und dieser Abend war so unglaublich schön, dass er wirklich kaum in Worte zu fassen ist. Deshalb denke ich auch heute noch gern daran zurück …

Erstmal waren wir damals sehr dankbar, dass alles so geklappt hat, wie wir es geplant und uns vorgestellt hatten. Nichtsdestotrotz hätten wir nie damit gerechnet, dass tatsächlich SO viele Menschen kommen. Der Raum war voll bis auf den letzten Platz. Das war schon echt krass. Und als es dann losging, als unsere Gedichte und die Musik so traumhaft zu harmonieren begannen und die Emotionen ins Fließen kamen, hätten wir glücklicher nicht sein können. Das war einfach magisch. Am meisten überwältigt haben uns jedoch die vielen positiven Rückmeldungen, die wir im Anschluss an die Lesung erhalten haben, und die Wertschätzung, die uns entgegengebracht wurde. Jedes einzelne Wort hat uns zutiefst berührt und spätestens in diesen Gesprächen haben wir gespürt, wie stark der Wunsch nach solchen Events hier in Neuruppin ist. – Und in diesem Moment stand für mich fest: Ich werde weitermachen. Diese Lesung war erst der Anfang. Solche Events sollen auch in Zukunft Menschen zusammenbringen und einen sicheren Raum für das Teilen der eigenen Werke, aber auch tiefgründiger Gedanken und Gefühle schaffen.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei allen bedanken, ohne die dieses Projekt so nicht möglich gewesen wäre, insbesondere bei der Fontanestadt Neuruppin, dem Irish Pub Neuruppin, unserer Band Zeichen und Wunder, unserem Eventfotografen Henry Mundt, allen, die fleißig Werbung für unsere Lesung gemacht haben, meiner Familie und meinen Freund*innen sowie all den wundervollen Menschen, die dieses Event mit uns zelebriert haben.
Und ein ganz besonderer Dank geht an dich, liebe Christina: Danke, dass ich Teil dieses wunderbaren Projekts sein durfte. Ich werde unsere Zeit für immer in meinem Herzen tragen.










Fotos: Henry Mundt, 2025
#Antikriegslyrik
Evangelische Schule Neuruppin, Neuruppin, 21. Mai 2022
Der 24. Februar 2022 hat unsere Welt für immer verändert. Es war der Tag, an dem der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine begann. Und gleichzeitig war es der Tag, an dem sich vieles, woran ich vorher geglaubt hatte, einfach in Luft auflöste. Für mich war die Nachricht vom russischen Überfall auf die Ukraine damals ein Schock. Und mit dem Entsetzen kam die Wut. Diese unvorstellbare Wut, die nicht mehr weggehen wollte und aus der dann mein Gedicht »alleswirdwut« entstanden ist.
Nur wenige Tage nach Kriegsbeginn rief Fabian Leonhard, Gründer des Trabanten Verlags Berlin, über Instagram dazu auf, Gedichte gegen den Krieg und für den Frieden zu schreiben. Diese sollten dann unter dem Hashtag »#Antikriegslyrik« auf dem Instagram-Account des gleichnamigen Projekts geteilt werden. Als ich den Aufruf von Fabian sah, fand ich die Idee total schön und schickte dem Verlag »alleswirdwut«.
In den darauffolgenden Wochen wurden insgesamt über 1.000 Gedichte eingereicht, was absolut überwältigend war. Und aus all diesen Gedichten wurden schließlich 100 ausgewählt und in einem Gedichtband veröffentlicht. Die Erlöse aus den Buchverkäufen sollten der humanitären Hilfe in der Ukraine zugutekommen. Dass sich der Verlag damals ausgerechnet für mein Gedicht entschieden hat, kam für mich völlig überraschend. Dennoch konnte ich mich aufgrund des traurigen Anlasses dieses Gedichtbands nicht uneingeschränkt darüber freuen. Wenngleich es natürlich eine riesengroße Ehre für mich war, dass zum ersten Mal eines meiner Gedichte in einem Buch erscheinen sollte.

Unmittelbar nach der Veröffentlichung des Gedichtbands organisierte der Verlag eine Lesetour, um durch zusätzliche Buchverkäufe möglichst viele Spenden für die Ukraine zu sammeln. Gemeinsam mit Maren Ruden und Max Franck, deren Gedichte ebenfalls in den Gedichtband aufgenommen wurden, sowie dem Schauspieler und Musiker Atheer Adel durfte ich eine dieser Lesungen veranstalten. Unsere Lesung fand in der großen Aula meiner ehemaligen Schule, der Evangelischen Schule Neuruppin, statt. Da aber nur wenige Menschen anwesend waren, entstand sofort eine sehr intime und emotionale Atmosphäre. Am Ende konnten wir auf einen sehr bewegenden und spendenreichen Abend zurückschauen.
Ein paar Wochen später sprach mich eine Freundin an und fragte, ob sie und ihre Kommilitonin »alleswirdwut« beim ViFest!, einem Festival von und für Gebärdensprachnutzer*innen und -interessierte, vortragen dürften. Beide studierten damals Deaf Studies (B. A.) und suchten noch nach einem passenden Text für ihren Auftritt. Für mich war diese Anfrage etwas ganz Besonderes. Allein die Vorstellung, mein Gedicht einmal in Gebärdensprache erleben zu können, erfüllte mich mit ganz viel Wärme. Aus diesem Grund stellte ich meiner Freundin und ihrer Kommilitonin »alleswirdwut« ohne zu zögern zur Verfügung. Leider konnte ich dann aus Termingründen nicht persönlich zum Auftritt der beiden im September 2022 kommen. Meine Freundin hatte mir jedoch im Vorfeld versprochen, den Auftritt aufzunehmen und mir das Video im Anschluss zukommen zu lassen. Als ich mir dieses Video dann zum ersten Mal angeschaut habe, hatte ich Tränen in den Augen. Zu sehen, wie mein Gedicht in Gebärdensprache zum Leben erweckt wurde, hat mich sehr berührt.
Doch die Schattenseite dieses Projekts blieb: Nachdem ich Anfang 2023 mein erstes Studium abgebrochen hatte, habe ich kurzzeitig als Nachhilfelehrerin und Schulbegleiterin an meiner alten Schule gearbeitet. Dort habe ich unter anderem zwei junge Ukrainer*innen unterstützt, die vor dem Krieg aus ihrem Heimatland geflohen waren. Ihre Schicksale haben mir damals das Herz zerrissen und dass dieser Krieg bis heute andauert, schnürt mir jeden Tag aufs Neue die Kehle zu.
Für mich war »#Antikriegslyrik« eine der prägendsten Erfahrungen, die ich als Schreibende bisher machen durfte. Dieses Projekt hat mir gezeigt, welche Kraft Worte in Zeiten von Krieg und Leid entfalten können. Vor allem aber hat es mir einmal mehr gezeigt, wie viel wir gemeinsam schaffen können, wenn wir zusammenhalten und einander mit Liebe begegnen.

Hinweis: Die Gedichte im »#Antikriegslyrik«-Gedichtband wurden zum größten Teil unter den Instagram-Namen der Autor*innen veröffentlicht. Deshalb steht über meinem Gedicht nicht »Marie Marén Nitz«, sondern »@dieschreibendehebamme«, das ist mein alter Instagram-Name.
